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Heiratsurkunde eingetroffen – ein Durchbruch mit Gänsehautmoment

Heute erhielt ich vom Stadtarchiv die Heiratsurkunde von Gertrud Sara Lublow, geborene Ehrlich.

Schon seit einiger Zeit war ich überzeugt, dass es sich bei ihr um meine bekannte Ururgroßmutter Gertrud Thießen, geborene Ehrlich, handeln musste.

Und ich hatte recht.

Der entscheidende Beweis

In der Heiratsurkunde von

Gertrud Sara Lublow, geb. Ehrlich (geb. 1875)

und ihrem Ehemann

Heinrich Friedrich Christian Lublow (geb. 1867)

steht unter dem Namen der Braut eindeutig:

Gertrud Sara Thießen, geborene Ehrlich, Witwe

Damit war der Beweis erbracht:

Nach dem Tod ihres ersten Ehemannes (Ludwig Otto Karl Thießen, geb. 1870) heiratete sie erneut – und ich konnte die Verbindung eindeutig herstellen.

Neue Erkenntnisse über die Familie Ehrlich

Durch diese Urkunde erhielt ich nicht nur die Bestätigung ihrer Identität, sondern auch weitere wichtige Informationen:

Eltern:

Manasse Ehrlich (geb. 1829)

Hulda Ehrlich, geborene Ruben (geb. unbekannt)

Geschwister:

Hermann Ehrlich (geb. 1877)

Hugo Ehrlich (geb. 1871)

Flora Ehrlich (geb. 1865)

sowie weitere Angehörige

Eine verfolgte Familie

Im weiteren Verlauf der Recherche stellte sich heraus, dass es sich bei der Familie Ehrlich um eine vom NS-Regime verfolgte jüdische Familie handelte.

Der zusätzliche Vorname „Sara“ wurde Gertrud nicht freiwillig gegeben, sondern beruhte auf der nationalsozialistischen Namensverordnung von 1938.

Aus dem Reichsgesetzblatt 1938, Teil I:

„Männliche Personen führen zusätzlich den Vornamen Israel, weibliche Personen den Vornamen Sara.“

Diese Vorschrift trat zum 1. Januar 1939 in Kraft und zwang jüdische Menschen zur Annahme dieser Zusatznamen.

Ihr zweiter Ehemann Heinrich Lublow wurde aufgrund der Ehe ebenfalls mitverfolgt.

Mehrere Mitglieder der Familie Ehrlich erscheinen in:

der Deutschen Minderheiten-Volkszählung 1939 sowie in Verzeichnissen jüdischer Holocaust-Gedenkstätten und jüdischer Einwohner Deutschlands 1939–1945

Ein Moment der Gänsehaut

Es sind genau diese Momente in der Ahnenforschung, die unter die Haut gehen.

Was als Suche nach einer Heiratsurkunde begann, führte zu einem erschütternden Kapitel Familiengeschichte.

Ahnenforschung ist nicht nur das Sammeln von Namen und Daten – sie macht Geschichte persönlich.

Zu Vorherigen Beiträgen Betreffend Gertrud Ehrlich:

Möglicher Forschungsbaustein – Familie Ehrlich

Seit längerer Zeit suche ich nach den Eltern meiner Urgroßmutter Gertrud Agnes Thießen,

geboren 1910, verstorben 1963, Mutter meines Großvaters Hans Adolf Früchtning.

Die Daten des Vaters sind bekannt:

Ludwig Otto Karl Thießen, geboren 1870, verstorben 1910.

Als Name der Mutter ist in den vorhandenen Unterlagen lediglich Gertrud Ehrlich vermerkt.

Weitere Angaben (Geburtsdatum, Sterbedatum, Herkunft oder Eltern) lagen bislang nicht vor.

Im Rahmen der weiteren Recherche fand ich nun einen möglichen Hinweis im Sterberegister der Stadt Kiel:

Dort ist eine Gertrud Sara Lublow, geboren Ehrlich, verstorben 1942, verzeichnet.

Da in historischen Urkunden häufig nur ein Rufname angegeben wird – in anderen Fällen jedoch mehrere Vornamen vollständig ausgeschrieben sind –, besteht die Möglichkeit, dass Gertrud Sara Lublow, geb. Ehrlich, mit der gesuchten Gertrud Ehrlich identisch ist.

Diese These wird dadurch gestützt, dass ihr erster Ehemann Ludwig Otto Karl Thießen im Jahr 1910, kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter, verstarb.

Gertrud Ehrlich wäre zu diesem Zeitpunkt etwa 30 Jahre alt gewesen, sodass eine spätere Wiederverheiratung zeitlich sehr gut möglich erscheint.

Zur weiteren Klärung habe ich daher die Sterbeurkunde von Gertrud Sara Lublow (1942) beantragt.

Diese sollte Aufschluss darüber geben, ob sie als Witwe Thießen geführt wird oder weitere Hinweise auf ihre familiären Verhältnisse enthält.

Heute erhielt ich einen Brief vom Einwohnermeldeamt Neubrandenburg

Zuvor hatte ich im Telefonbuch einen Eintrag zu Lydia Früchtning entdeckt und gehofft, dass sie möglicherweise noch lebt.

Leider bestätigte mir das Einwohnermeldeamt, Neubrandenburg dass Lydia Früchtning bereits verstorben ist – eine weitere Spur, die sich damit schließt.

Aktuell warte ich nun auf eine Auskunft aus Hamburg zu Karl-Heinz Früchtning (geb. 1930 In Hamburg), dem Halbbruder meines Großvaters Hans-Adolf Früchtning (geb. 1938 in Kiel). 

Interessant ist dabei, dass beide ursprünglich den Nachnamen Thießen trugen und erst später – durch die Heirat ihrer Mutter – den Namen Früchtning annahmen.

Auch wenn nicht jede Anfrage zum Erfolg führt, bringt jede Antwort neue Klarheit.

Heute erhielt ich die Sterbeurkunde aus dem Stadtarchiv Kiel für Ludwig Otto Karl Thießen.

Er verstarb im Jahr 1910 im Alter von 40 Jahren in Kiel-Gaarden, was auf ein ungefähres Geburtsjahr von 1870 schließen lässt.

Als Geburtsort ist Itzehoe angegeben.

Da die Standesämter erst 1874 (teilweise auch 1876) eingeführt wurden, besteht die Möglichkeit, dass seine Geburt noch im Kirchenbuch eingetragen wurde – und später vom Standesamt nacherfasst wurde.

In solchen Fällen existiert oft doch eine Geburtsurkunde, auch für Jahre kurz nach der Einführung der Standesämter.

Sollte dieser Fall hier zutreffen, könnte über die Randvermerkungen der Geburtsurkunde auch die zugehörige Heiratsurkunde ermittelt werden.

Diese wäre entscheidend, um endlich weitere Informationen über seine Ehefrau Gertrud Thießen, geb. Ehrlich aus Kiel zu erhalten.

Stadtarchiv Kiel – Vollendeter Umzug

Mittlerweile ist der Umzug des Stadtarchivs Kiel abgeschlossen.

Meine Liste der benötigten Urkunden aus dem Archiv ist seit Anfang des Jahres 2025 weiter gewachsen.

Nun gilt es, diese Liste Schritt für Schritt abzuarbeiten.

Die ersten beiden Anträge sind bereits raus und betreffen Ludwig Otto Karl Thießen und seine Frau Gertrud, geb. Ehrlich.