Monat: März 2026

Neue Hinweise durch die Register der Stadt Voerde

Heute bin ich auf eine neue Spur gestoßen. Sie betrifft meinen Urgroßvater väterlicherseits:

Wilhelm Otto Radies, geb. 1888 in Polen
(verheiratet mit Marianne Bosinski, geb. 1886 in Polen)

Im Zuge meiner Recherche konnte ich mehrere Geschwister von ihm identifizieren. Aktuell sind mir mindestens drei bekannt:


1. Elisabeth Clara Radies (geb. 1894)

Zu Elisabeth Clara liegen bislang keine Hinweise auf eine Ehe oder Nachkommen vor.


2. Bruno Radies (geb. 1896)

Bruno Radies war verheiratet mit Bertha Tetzlaff, geb. 1897.

Aus dieser Ehe gingen mindestens drei Kinder hervor, alle geboren in Nordrhein-Westfalen:

  • Ellen Lillie Radies, geb. 1924
  • Günther Alfred Radies, geb. 1926
  • Ursel Lisbeth Radies, geb. 1927, verst. 2009

Besonders interessant ist Ursel Lisbeth Radies, da sie nachweislich verheiratet war. Der Name des Partners ist derzeit jedoch unbekannt.
Hier besteht die Möglichkeit, noch lebende Nachfahren zu finden.


3. Martha Elfriede Radies (geb. 1900)

Martha war mindestens zweimal verheiratet.

Erste Ehe:

Mit Max Karl Marohn, geb. 1899 in Polen
Eheschließung: 1924 in Polen

Aus dieser Ehe gingen mindestens vier Kinder hervor (geboren in Nordrhein-Westfalen):

  • Kurt Marohn, geb. 1922, verst. 2009
  • Heinz Willi Marohn, geb. 1923, verst. im Kindesalter
  • Ruth Gerda Marohn, geb. 1924
  • Hilde Helene Marohn, geb. 1925, verst. im Kindesalter

Zweite Ehe:

1934 in Nordrhein-Westfalen mit Erich Herbert Krause, geb. 1908
Aus dieser Ehe sind keine Kinder bekannt.

Besonders interessant sind hier:

  • Kurt Marohn (verst. 2009) – mögliche Nachfahren unklar
  • Ruth Gerda Marohn – mindestens zweimal verheiratet:
  • 1942 mit Karl Waldemar Mischon
  • 1947 mit einem bisher unbekannten Partner

Einschätzung

Durch diese neuen Erkenntnisse ergeben sich mehrere mögliche Linien mit noch lebenden Nachfahren.

Insbesondere bei:

  • Ursel Lisbeth Radies
  • Kurt Marohn
  • Ruth Gerda Marohn

besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass heute noch Nachkommen existieren.

Dabei könnte es sich um Cousins ersten Grades handeln.


Nächste Schritte

Die nächsten Rechercheschritte könnten sein:

  • weitere Standesamtsregister prüfen
  • Sterbe- und Heiratseinträge genauer auswerten
  • mögliche Nachfahren über Melderegister oder Zeitungsarchive identifizieren

Diese Spur zeigt erneut, wie schnell sich aus einzelnen Registereinträgen ganze Familienlinien entwickeln können.

Alte Schulunterlagen aus Kiel (1970er): Wertvolle Hinweise für die Ahnenforschung

Zu meiner Mutter pflege ich ein gutes Verhältnis. Deshalb habe ich am Wochenende einmal ihre alten Unterlagen durchgesehen.

Zwar ist nichts wirklich sortiert, aber eines kann man sagen:

Meine Mutter hat so gut wie nichts weggeworfen.

Neben ihrer originalen Geburtsurkunde aus dem Jahr 1960 – die inzwischen deutlich mitgenommen aussieht – fand ich auch ihr originales Mutterheft sowie zwei vollständige Zeugnishefte, inklusive Stempel.

Diese stammen von der Jahnschule (Volksschule), der Theodor-Möller-Schule (Hauptschule) sowie der Freiherr-vom-Stein-Schule (Realschule).

Hier folgen vier Fotos zum Aufklappen.

1/2Zeugnisheft – Volksschulen der Stadt Kiel
2/2 – Zeugnis – Jahn – Schule – Kiel
1/2 – Zeugnisheft – Freiherr-Vom-Stein-Schule Kiel
2/2 – Zeugnis – Theodor-Möller Schule Kiel

Die Schulen im Überblick

Zu den Schulen lässt sich sagen, dass einige heute noch existieren – teilweise jedoch in anderer Form.

Die Jahnschule befand sich im Winterbeker Weg 7, 24114 Kiel (direkt neben der heute noch bestehenden Max-Planck-Schule im Winterbeker Weg 1).

Nach ihrer Schließung wurde das Gebäude bzw. Teile davon von der Max-Planck-Schule übernommen.

Die Theodor-Möller-Schule befand sich in der Allgäuer Straße 30, 24146 Kiel.

Die Freiherr-vom-Stein-Schule lag nur wenige Meter entfernt in der Troppauer Straße 39, ebenfalls in 24146 Kiel.

In den Jahren 2011/2012 fusionierten beide Schulen. Daraus entstand die heutige Lilli-Martius-Schule in der Allgäuer Straße 30 in Kiel.


Ein interessanter Unterschied zu heute

In den älteren Zeugnissen findet sich noch nicht die heute übliche Formulierung

„Unterschrift der Erziehungsberechtigten“.

Stattdessen steht dort:

„Unterschrift des Vaters oder seines Stellvertreters“

Das wirkt aus heutiger Sicht ungewöhnlich, hat aber einen historischen Hintergrund.

Früher galt der Vater (oder ein männlicher Vertreter) rechtlich als Familienoberhaupt und war damit offiziell für die Erziehung und schulischen Angelegenheiten der Kinder verantwortlich.

Konnte der Vater nicht unterschreiben – etwa aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen – war ein Vertreter vorgesehen. Das konnte beispielsweise die Mutter oder ein Vormund sein, auch wenn die Formulierung das nicht direkt widerspiegelt.

Im Laufe der Zeit wurden diese Bezeichnungen angepasst.

Heute findet sich stattdessen meist die geschlechtsneutrale Formulierung:

„Unterschrift der Erziehungsberechtigten“

Das zeigt, wie sich rechtliche und gesellschaftliche Strukturen im Laufe der Zeit verändert haben.

Durchbruch Familie Früchtning – Ehe zur Familie Nehlsen

Heute habe ich mich einmal durch die Dokumente bei FamilySearch geklickt. Das mache ich eher selten, denn ehrlich gesagt bin ich überwiegend auf Ancestry und MyHeritage unterwegs.

Diese Recherche führte jedoch zu einer interessanten Entdeckung: Auf FamilySearch bin ich auf eine neue Ehe innerhalb meiner Familie gestoßen.

Die Mutter meines Urgroßvaters William Cornelius Gustav Früchtning (geb. 1900) war Elisabeth Christine Wichmann (geb. 1856).

Vorab sei erwähnt: Die Eltern meines Urgroßvaters waren Cousin und Cousine, weshalb der Nachname Früchtning in beiden Familienzweigen vorkommt.

Elisabeth Christine Wichmann hatte mindestens eine Schwester:

Therese Wilhelmine Helene Früchtning, geboren 1860 in Itzehoe.

Sie wurde unehelich geboren und trug daher den Nachnamen Früchtning.

Die spätere Ehe fand in Hamburg statt. Auch die meisten ihrer Kinder verstarben später in Hamburg – mit einer Ausnahme.

Heute konnte ich ihr außerdem ihren Ehemann zuordnen:

Carsten Nehlsen, geboren 1861.

Da ich in deutschen Registern bisher kaum Hinweise zu ihm gefunden habe, gehe ich aufgrund des Nachnamens davon aus, dass seine Herkunft möglicherweise Dänemark sein könnte.

Das Ehepaar hatte insgesamt acht Kinder:

  • Hermann Hans Carsten Nehlsen (*1884)
  • Margaretha Christine Elise Nehlsen (*1884)
  • Hugo Carsten Otto Nehlsen (*1885)
  • Catharina Magdalena Johanna Nehlsen (*1886)
  • Johann August Heinrich Nehlsen (*1890)
  • Wilhelm Carl Heinrich Johann Nehlsen (*1892)
  • Maria Nehlsen (*1895)
  • Georgine Frieda Nehlsen (*1901)

Bei den meisten Kindern konnte ich zunächst keine besonderen Auffälligkeiten feststellen.

Bis auf eine Ausnahme.

Zu Wilhelm Carl Heinrich Johann Nehlsen fand ich einen Grabstein in der Gemeinde Ozorków (Łódzkie, Polen). Dort befindet sich ein Evangelisch-Augsburgischer Friedhof.

Der Grabstein nennt seine militärische Einheit:

6. Kompanie

Infanterie-Regiment Nr. 21

Wilhelm Nehlsen starb 1914 im Alter von nur 22 Jahren.

Dieser Fund zeigt einmal mehr die grausame Realität des Ersten Weltkrieges, der unzählige junge Männer das Leben kostete.

Zu dem Grabstein konnte ich auch ein Foto finden, das im ausklappbaren Menü dieses Beitrags zu sehen ist.

Wilhelm Carl Heinrich Johann Nehlsen
Grabstein, Evangelisch-Augsburgischer Friedhof,
Ozorków (Łódzkie, Polen

Eheurkunde von Dora Johanna Früchtning

Bereits gestern traf die Eheurkunde von Dora Johanna Kramer, geb. Früchtning ein. (Mutter von Robert Adolf August Kramer.) Leider hatte ich bei meiner Anfrage nach der Heiratsurkunde gefragt und nicht nach dem vollständigen Eheregistereintrag, wodurch die enthaltenen Informationen etwas begrenzt sind.

Als Eltern werden in der Urkunde genannt:

  • Johanna Elisabeth Früchtning, geborene Kroll
  • Friedrich Christian Früchtning

Weitere Angaben, etwa zu Geburtsdaten oder Geburtsorten, sind in der Urkunde leider nicht enthalten.

Eine direkte Verbindung zu meiner eigenen Familie Früchtning konnte ich bislang noch nicht nachweisen. Da Dora Johanna Früchtning 1881 geboren wurde, dürften ihre Eltern vermutlich um 1850 herum geboren sein.

Als letzter Wohnort wird Heidholm angegeben, also weiterhin im Raum Schleswig-Holstein. Daher gehe ich aktuell noch davon aus, dass möglicherweise eine Verbindung zu meiner eigenen Linie bestehen könnte.

Die Verbindung zu Heinrich Früchtning und seiner Ehefrau Elisabeth Christine Wichmmann konnte nicht bestätigt werden.

Interessant ist zudem die Schreibweise des Nachnamens in der Urkunde: Dort wird der Name „Früchting“ geschrieben. Diese abweichende Schreibweise ist jedoch in historischen Dokumenten nicht ungewöhnlich und kommt bei meinen Recherchen häufiger vor. Sie hat daher zunächst keine besondere Bedeutung.

Um weitere Informationen zu erhalten, habe ich nun das vollständige Eheregister zur Ehe von 1902 angefordert.

Möglicherweise finden sich im zweiten Teil des Registereintrags zusätzliche Angaben, etwa zu den Geburtsdaten, oder eventuell sogar Hinweise auf deren Heirat.

Diese Informationen könnten einen wichtigen Schritt darstellen, um die Linie weiter zurückzuverfolgen.

Hier geht es zum: