Da mir eine nicht beglaubigte Kopie des Geburtsregistereintrags von Robert Adolf August Kramer (geb. 1920) aufgrund der noch laufenden Sperrfrist (letzte 4 Jahre) verweigert wurde, habe ich den „Umweg“ über das Eheregister genommen.
Dieses traf heute ein.
Glücklicherweise sind im Eheregister auch die Geburtsdaten der Eltern eingetragen, sodass sich wertvolle neue Informationen ergeben haben.
Zusammenfassung der Erkenntnisse:
Ehemann:
Robert Adolf August Kramer
geb. 1920 in Kiel-Gaarden
Seine Eltern:
Mutter: Dora Johanna Früchtning, geb. 1881 in Melsdorf
Vater: Adolf Reinhold Kramer, geb. 1878 in Reichhennersdorf
Eheschließung der Eltern: 1902 in Kiel
Ehefrau:
Elfriede Lisbeth Brockmann
geb. 1922 in Kiel
Ihre Eltern:
Mutter: Johanna Auguste Lilienthal, geb. 1886 in Sorgenau (Russland / ehem. Ostpreußen)
Vater: Hans Hugo Brockmann, geb. 1891 in Kiel
Eheschließung der Eltern: 1914 in Kiel
Leider konnte ich zu Dora Johanna Früchtning bislang keine weiteren gesicherten Informationen finden.
Daher habe ich nun auch ihr Eheregister angefordert, um eine weitere Generation zurückzugehen.
Ich gehe weiterhin stark von einer familiären Verbindung aus.
Aus diesem Anlass habe ich in öffentlich zugänglichen Netzwerken nach möglichen Hinweisen gesucht.
Aus Datenschutz- und Persönlichkeitsgründen werde ich hier selbstverständlich keine Namen oder konkreten Daten lebender Personen veröffentlichen.
Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass in der Region Kiel noch direkte Nachfahren existieren könnten. Erste mögliche Verbindungen ließen sich bereits erkennen.
Über öffentlich zugängliche Wege habe ich vorsichtig Kontakt aufgenommen und freue mich über jede Rückmeldung möglicher Verwandter.
Sollten sich neue, bestätigte Informationen ergeben, werde ich ausschließlich mit ausdrücklicher Zustimmung der betreffenden Personen darüber berichten.
Heute habe ich wieder einmal nach dem Nachnamen Früchtning gegoogelt – und bin dabei auf einen spannenden Zeitungsartikel gestoßen.
Darin berichteten Ernst Dawartz und seine Ehefrau (gebürtige Früchtning) von der Verlobung ihrer Tochter Olga Dawartz mit Johannes Schröder in Hamburg.
Zeitungsartikel
Mehr Informationen hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Also begann ich zunächst mit der Suche nach Ernst Dawartz – dem Vater der Braut.
Der erste Treffer:
Ich fand den entsprechenden Eheeintrag aus dem Jahr 1867.
Im Kirchbucheintrag zur Ehe wurde der Name sogar als
Früchting
eingetragen.
Damit hatte ich ein und dieselbe Person mit drei unterschiedlichen Schreibweisen:
• Früchtning
• Früchtening
• Früchting
Ein Paradebeispiel dafür, dass längere Nachnamen früher häufig nach Gehör geschrieben wurden – und eine einheitliche Rechtschreibung keineswegs selbstverständlich war.
Zusätzlich fand ich die Geburtsurkunde eines Sohnes:
Geburtsurkunde: Max Willibald Dawartz
• Max Willibald Dawartz, geboren 1877
Dort wird die Mutter als
Christiane Christine Dorothea Früchtening
bezeichnet.
Diese Schreibweise war mir zunächst fremd – ließ sich jedoch eindeutig ihren Eltern zuordnen:
• Christian Friedrich Früchtning, geb. 1797
• Anna Engel Früchtning, geb. Braasch, geb. 1799
Eine Generation weiter
Nun ging ich eine Generation weiter und suchte nach:
• Olga Dawartz
• Johannes Schröder
Einen direkten Eheeintrag konnte ich zunächst nicht finden – jedoch eine Geburtsurkunde von:
• Max Adolf Schröder
Geburtsurkunde: Max Adolf Schröder
Die Eltern:
• Olga Sophie Christine Elisabeth Wilhelmine Schröder, geb. Dawartz
• Johannes Friedrich Joachim Schröder
Es handelt sich eindeutig um das Ehepaar, das sich laut Zeitungsartikel verlobt hatte.
Obendrauf fand ich sogar ein Denkmal bzw. einen Familiengrabstein der Familie.
Grabstein Familie: Dawartz/Schröder/Jähn
Fazit
Dieser Fund zeigt erneut:
• Wie wertvoll Zeitungsartikel in der Ahnenforschung sind
• Wie stark Nachnamen früher variieren konnten
• Und wie wichtig es ist, nicht starr nach nur einer Schreibweise zu suchen
Ein Zeitungsartikel führte über eine Ehe zu drei verschiedenen Schreibvarianten – und ließ sich vier Generationen weiter nachvollziehen.
Emilie Wilhelmine Johanna Früchtning, geboren am 17.05.1893 in Itzehoe, ist durch die unten verlinkte Geburtsurkunde eindeutig belegt (einsehbar in der ausklappbaren Ansicht).
Emilie Wilhelmine Johanna Früchtning, geb. 1893 in Itzehoe – GeburtsurkundeGeburtsurkunde – Emilie Wilhelmine Johanna Früchtning, geb. 1893 in Itzehoe
Im Rahmen der niederländischen Recherche stieß ich zusätzlich auf eine Rotterdamer Registerkarte zu einer
Emilie Johanna Christina Früchtning,
geboren laut Kartei am 12.05.1893 ebenfalls in Itzehoe.
Emilie Johanna Christina Früchtning, geb. 1893 in Itzehoe –AufenthaltsregisterAufenthaltsregister – Emilie Johanna. Christina Früchtning, geb. 1893 in Itzehoe
Erste Bewertung der Abweichungen
Eine Zwillingsgeburt kann aufgrund des 5-tägigen Geburtsunterschieds ausgeschlossen werden.
Zwei nahezu identische Namen, gleicher seltener Nachname, gleicher Geburtsort und gleicher Zeitraum schließen ebenfalls aus, dass es sich um zwei unterschiedliche Personen handelt.
Zusätzliche Indizien aus dem Familienumfeld
William Cornelius Gustav Früchtning, geboren 1900, war nachweislich viermal verheiratet.
Eine dieser Ehen fand am 07.04.1934 in Rotterdam mit Elisabeth de Vries (geb. 1898) statt.
Zu seinen ältesten Geschwistern zählt:
Emilie Wilhelmine Johanna Früchtning
Schlussfolgerung
Die folgenden Einträge beziehen sich auf ein und dieselbe Person:
Emilie Johanna Christina Früchtning, geboren laut Rotterdamer Register am 12.05.1893 in Itzehoe
Emilie Wilhelmine Johanna Früchtning, geboren laut deutscher Geburtsurkunde am 17.05.1893 in Itzehoe
Die Indizienlage spricht klar dafür, dass es sich um eine einzige Person handelt.
Sehr wahrscheinlich hielt sie sich 1–2 Jahre vor der späteren Ehe ihres Bruders zeitweise in den Niederlanden auf, was die abweichende Registerangabe erklärt.
Durch Swen L., einem Sohn von Artur Früchtning kam ich in Kontakt mit Arthur Früchtning,
einem Enkel von Maximilian Heinrich FriedrichFrüchtning. Und der Sohn von Johann Martin Willy Früchtning
Maximilian Heinrich Friedrich Früchtning war einer der Brüder meines
UrgroßvatersWilliam Kornelius Gustav Früchtning.
Arthur Früchtning stellte mir im Rahmen dieses Austauschs mehrere wichtige Urkunden zur Verfügung, darunter Geburts-, Sterbe- und Eheurkunden.
Dafür gilt ihm mein ausdrücklicher und herzlicher Dank.
Gerade bei einem so seltenen Nachnamen wie Früchtning ist der Kontakt zu lebenden Nachfahren anderer Linien von unschätzbarem Wert. Solche Quellen sind für die genealogische Forschung schlicht Gold.
Besonders bemerkenswert ist dieser Fortschritt, wenn man bedenkt, dass mir diese Linie vor zwei Jahren noch vollständig unbekannt war.
Arthur Früchtning erwähnte zudem, dass es weitere Tanten und Onkel innerhalb seiner Familie gibt. Auch wenn derzeit keine genauen Anschriften vorliegen, sind diese Hinweise für meine Ahnenforschung von großer Bedeutung.
Arthur und ich haben darüber hinaus einen persönlichen Austausch vereinbart – nicht zuletzt, weil wir Cousins zweiten Grades sind.
Beim Durchsehen der Fragebögen der Militärregierung bin ich heute auf Christine Emilie Früchtning gestoßen, geboren 1926 in Lütjenburg, Kreis Plön.
Military Government of GermanyMilitary Government of Germany – Familie Früchtning
Der Kreis Plön liegt geografisch nicht weit entfernt von Malente und auch Itzehoe, beides Orte, die in meiner bisherigen Familienforschung bereits eine Rolle spielen. Aufgrund dieser räumlichen Nähe und des insgesamt sehr seltenen Nachnamens Früchtning gehe ich auch in diesem Fall von einer möglichen familiären Verbindung aus.
Im Rahmen meiner genealogischen Forschung habe ich daher eine Anfrage beim
zuständigen Standesamt gestellt, um weitere Informationen zu dieser Person zu erhalten und die vermutete Verbindung – sofern möglich – zu bestätigen oder auszuschließen.
Der Fragebogen der Militärregierung liefert bereits einige gesicherte Eckdaten, wirft aber zugleich neue Fragen auf, die nun hoffentlich durch die standesamtlichen Unterlagen beantwortet werden können.
Im Rahmen meiner laufenden Ahnenforschung zur Familie Früchtning habe ich kürzlich zwei weitere archivalische Quellen zur Einsicht angefordert. Beide Akten versprechen neue Erkenntnisse zur regionalen Verortung und zu den Lebensumständen einzelner Familienmitglieder im 19. Jahrhundert.
📁 Akte 1 – Schleswig-Holstein
Archiv: Landesarchiv Schleswig-Holstein (LASH)
Signatur: LASH, Abt. 260, Nr. 16583
Laufzeit: 1826
Inhalt (Kurzbeschreibung):
Die Akte betrifft einen Vorgang im Zusammenhang mit einem Arbeitsmann Fr. Früchtning aus Malente sowie weiteren Personen aus Liensfeld und Fissau. Inhaltlich geht es um eine behördlich behandelte Angelegenheit, die Rückschlüsse auf den Aufenthaltsort und die Lebensumstände eines frühen Vertreters der Familie Früchtning in der Region Holstein zulässt.
Seit längerer Zeit suche ich nach den Eltern meiner Urgroßmutter Gertrud Agnes Thießen,
geboren 1910, verstorben 1963, Mutter meines Großvaters Hans Adolf Früchtning.
Die Daten des Vaters sind bekannt:
Ludwig Otto Karl Thießen, geboren 1870, verstorben 1910.
Als Name der Mutter ist in den vorhandenen Unterlagen lediglich Gertrud Ehrlich vermerkt.
Weitere Angaben (Geburtsdatum, Sterbedatum, Herkunft oder Eltern) lagen bislang nicht vor.
Im Rahmen der weiteren Recherche fand ich nun einen möglichen Hinweis im Sterberegister der Stadt Kiel:
Dort ist eine Gertrud Sara Lublow, geboren Ehrlich, verstorben 1942, verzeichnet.
Da in historischen Urkunden häufig nur ein Rufname angegeben wird – in anderen Fällen jedoch mehrere Vornamen vollständig ausgeschrieben sind –, besteht die Möglichkeit, dass Gertrud Sara Lublow, geb. Ehrlich, mit der gesuchten Gertrud Ehrlich identisch ist.
Diese These wird dadurch gestützt, dass ihr erster Ehemann Ludwig Otto Karl Thießen im Jahr 1910, kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter, verstarb.
Gertrud Ehrlich wäre zu diesem Zeitpunkt etwa 30 Jahre alt gewesen, sodass eine spätere Wiederverheiratung zeitlich sehr gut möglich erscheint.
Zur weiteren Klärung habe ich daher die Sterbeurkunde von Gertrud Sara Lublow (1942) beantragt.
Diese sollte Aufschluss darüber geben, ob sie als Witwe Thießen geführt wird oder weitere Hinweise auf ihre familiären Verhältnisse enthält.
Heute bin ich in meiner genealogischen Forschung ein großes Stück weitergekommen – und wieder zeigt sich, wie erstaunlich und komplex Familiengeschichte sein kann.
Ich habe mir erneut eine Akte aus der ehemaligen Irrenanstalt Schleswig angesehen. Sie betrifft Christine Therese Maria Früchtning, geboren 1889.
In dieser Akte findet sich der bemerkenswerte Vermerk:
„Mutter ist Tochter der Schwester des Vaters ihres Ehemanns.“
Christine Therese Maria Früchtning – Akte
Diese Formulierung ließ mich aufhorchen, sodass ich den familiären Zusammenhang genauer überprüft habe.
Der Stammbaum im Überblick
Christine Therese Maria Früchtning
Vater: Heinrich Früchtning
Mutter: Elisabeth Christine Wichmann
Eltern von Elisabeth Christine Wichmann
Mutter:Christine Margarethe Früchtning
Vater: Hans Heinrich Wichmann
Eltern von Heinrich Früchtning
Vater:Heinrich Christoph Ludwig Früchtning
Mutter: Elisabeth Katharina Thieding
Nach genauer Prüfung stellte sich heraus:
Christine Margarethe Früchtning war die Schwester von Heinrich Christoph Ludwig Früchtning.
Damit ergibt sich folgendes Bild:
Das Kind von Heinrich Christoph LudwigFrüchtning und das Kind seiner Schwester Christine Margarethe Früchtning
heirateten später einander und bekamen gemeinsam Kinder.
Einordnung
Diese Konstellation erklärt rückblickend sowohl den Vermerk in der Anstaltsakte als auch frühere Hinweise auf den Tatbestand der „schweren Kuppelei“, wie er in zeitgenössischen Akten und Berichten erwähnt wird.
Solche Verbindungen waren im 19. Jahrhundert rechtlich, kirchlich und gesellschaftlich hoch problematisch und wurden häufig erst Jahre später in medizinischen oder behördlichen Unterlagen offen benannt.
Für meine Forschung ist diese Entdeckung ein wichtiger Schlüssel, um frühere Akten, Zeitungsberichte und familiäre Brüche besser einordnen zu können.
Heute bin ich auf einen Kirchbucheintrag gestoßen, der zwei mir bislang unbekannte Namen mit einer möglichen Verbindung zur Familie Früchtning enthält.
Es handelt sich um Robert Adolf August Kramer, geboren am 01.10.1920 in Kiel-Gaarden.
Am 07.10.1944 in Eutin fand die Ehe zwischen ihm und Elfriede Lisbeth Brockmann statt.
Eltern von Elfriede Lisbeth Brockmann:
Vater: Hans Hugo Brockmann
Mutter: Johanne Auguste Brockmann, geb. Lilienthal
Das Interessante – Als Eltern von Robert Adolf Kramer werden genannt:
Adolf Reinhold Kramer und Dora Johanna Kramer, geb. Früchtning, ebenfalls aus Kiel-Gaarden
Der Familienname Früchtning ist äußerst selten. Daher gehe ich auch in diesem Fall von einer möglichen familiären Verbindung aus.
Eine naheliegende Vermutung ist, dass Dora Johanna Früchtning ein weiteres Kind von Heinrich Früchtning und Elisabeth Christine Wichmann sein könnte. Nachweislich hatte dieses Ehepaar mindestens sechs Kinder. Vom zeitlichen Rahmen her würde dies gut passen.
Um diese Vermutung zu überprüfen, habe ich die Geburtsurkunde von Robert Adolf August Kramer beantragt.
Mit etwas Glück enthält der Geburtsregistereintrag einen Randvermerk zur Eheschließung der Eltern. Darüber ließe sich wiederum das Geburtsdatum von Dora Johanna Früchtning ermitteln und anschließend ihre eigene Geburtsurkunde beantragen.
So kann sich diese Verbindung entweder bestätigen – oder auch eindeutig ausschließen.