Heute habe ich wieder einmal nach dem Nachnamen Früchtning gegoogelt – und bin dabei auf einen spannenden Zeitungsartikel gestoßen.
Darin berichteten Ernst Dawartz und seine Ehefrau (gebürtige Früchtning) von der Verlobung ihrer Tochter Olga Dawartz mit Johannes Schröder in Hamburg.
Zeitungsartikel

Mehr Informationen hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Also begann ich zunächst mit der Suche nach Ernst Dawartz – dem Vater der Braut.
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Der erste Treffer:
Ich fand den entsprechenden Eheeintrag aus dem Jahr 1867.
Eheeintrag im Kirchbuch

Nun hatte ich vollständige Namen:
• Ernst Thomas Dawartz, geboren 1844
• Christiane Christine Dorothea Früchtning, geboren 1837
Drei Schreibweisen – eine Person
Im Kirchbucheintrag zur Ehe wurde der Name sogar als
Früchting
eingetragen.
Damit hatte ich ein und dieselbe Person mit drei unterschiedlichen Schreibweisen:
• Früchtning
• Früchtening
• Früchting
Ein Paradebeispiel dafür, dass längere Nachnamen früher häufig nach Gehör geschrieben wurden – und eine einheitliche Rechtschreibung keineswegs selbstverständlich war.
Zusätzlich fand ich die Geburtsurkunde eines Sohnes:
Geburtsurkunde: Max Willibald Dawartz

• Max Willibald Dawartz, geboren 1877
Dort wird die Mutter als
Christiane Christine Dorothea Früchtening
bezeichnet.
Diese Schreibweise war mir zunächst fremd – ließ sich jedoch eindeutig ihren Eltern zuordnen:
• Christian Friedrich Früchtning, geb. 1797
• Anna Engel Früchtning, geb. Braasch, geb. 1799
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Eine Generation weiter
Nun ging ich eine Generation weiter und suchte nach:
• Olga Dawartz
• Johannes Schröder
Einen direkten Eheeintrag konnte ich zunächst nicht finden – jedoch eine Geburtsurkunde von:
• Max Adolf Schröder
Geburtsurkunde: Max Adolf Schröder

Die Eltern:
• Olga Sophie Christine Elisabeth Wilhelmine Schröder, geb. Dawartz
• Johannes Friedrich Joachim Schröder
Es handelt sich eindeutig um das Ehepaar, das sich laut Zeitungsartikel verlobt hatte.
Obendrauf fand ich sogar ein Denkmal bzw. einen Familiengrabstein der Familie.
Grabstein Familie: Dawartz/Schröder/Jähn

Fazit
Dieser Fund zeigt erneut:
• Wie wertvoll Zeitungsartikel in der Ahnenforschung sind
• Wie stark Nachnamen früher variieren konnten
• Und wie wichtig es ist, nicht starr nach nur einer Schreibweise zu suchen
Ein Zeitungsartikel führte über eine Ehe zu drei verschiedenen Schreibvarianten – und ließ sich vier Generationen weiter nachvollziehen.
Genau solche Beispiele machen genealogische Forschung lebendig.
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