Besonders bei der Ahnenforschung der Familie Früchtning begann ich mit nur einem Namen, der meiner Großmutter, mehr war mir vorher nicht bekannt – Der älteste Eintrag zum Namen Früchtning findet sich in einem Kirchenbuch aus Itzehoe und stammt aus dem Jahr 1756.
In der siebten Generation wurde mein Großvater Johann Christian Früchtning geboren.
Bis ins 19. Jahrhundert war der Nachname im Raum Itzehoe und Umgebung weit verbreitet. Viele Familienzweige und Geschwisterlinien lassen sich dorthin zurückverfolgen.
Das folgende Porträt zeigt meine Groß- und Urgroßeltern, aufgenommen um 1950 in Kiel:

Meine Groß und Ur – Großeltern:
William Kornelius Gustav Früchtning & Gertrud Agnes Thießen mit Hans – Adolf Früchtning & Elisabeth Früchtning, geb Schiefer.
Die Familie Früchtning findet sich auch in den Beständen des Landesarchivs wieder – in mehreren Akten, darunter auch eine Gefangenenakte.
Mein Urgroßvater William Kornelius Gustav Früchtning war einer von mehreren Geschwistern, er verbrachte den Zeitraum vom 10. Januar 1941 bis zum 3. Mai 1945 in der Sicherungsanstalt Butzbach, wo er wegen mehrerer Delikte inhaftiert war.
Vor seiner Haftzeit (1916 – 1921) diente er während des Zweiten Weltkriegs als Unteroffizier und erhielt zahlreiche militärische Auszeichnungen, darunter das Hanseatenkreuz, den Schlesischen Adler I. und II. Klasse und das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse
Zeitweise war er auch bei der Reichsmarine als Minentaucher tätig – bis er, wie er selbst schrieb, „den Boden unter den Füßen verlor“.
Dank der Möglichkeit der digitalen Einsicht in die Originalakten lässt sich heute ein authentischer Einblick in diese lange vergessene Zeit gewinnen – in ein bewegtes Leben zwischen Pflicht, Krieg, Absturz und Erinnerung.
Abschließend ein Deckblatt einer Akte bzgl. William Früchtning, ein teil der Familie aus Itzehoe.

Quelle: LAV NRW R, Gerichte Rep. 320 Nr. 4343